Literaturkreis

Einmal im Monat trifft sich am Dienstag um 19.00 Uhr der Literaturkreis mit Dr. Florian Ebeling im Kleinen Gemeindesaal.

Hier finden Sie die Titel und Termine der Literaturgruppe der Kreuzkirche bis Juni. Es sind zwei zeitgenössische Bücher und ein Klassiker auf dem Programm.

21. April
Joseph Roth, Hiob, ca. 190 Seiten, 4,95 Anaconda Verlag (oder auch antiquarisch sehr günstig)
Joseph Roths bewegender Roman "Hiob" (1930) erzählt die Geschichte des einfachen Volkschullehrers Mendel Singer, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit seiner Familie von Osteuropa nach Amerika auswandert. Wie der biblische Hiob wird er von Schicksalsschlägen heimgesucht: Sein jüngster Sohn ist behindert, sein ältester Sohn desertiert aus der russischen Armee, und seine Tochter verfällt dem Wahnsinn. In Amerika verliert er schließlich auch noch seine Frau und muss den vermeintlichen Tod seines Sohnes im Krieg verkraften. Doch als Mendel seinen Glauben bereits verloren hat, erfährt seine Geschichte eine unerwartete Wendung. In dieser zeitlosen Parabel verknüpft Roth universelle Themen wie menschliches Leid, Glauben und Hoffnung mit den drängenden Herausforderungen der Moderne. Im Zentrum stehen dabei die erschütternden Erfahrungen von Migration und Heimatverlust sowie die fundamentale Frage nach der eigenen Identität in einer Welt voller Prüfungen.

26. Mai
Saša Stanišić, Herkunft, Luchterhand, 368 Seiten, 14 Euro
"Herkunft" ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh. "Herkunft"  ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. "Herkunft" ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist.  In "Herkunft" sprechen die Toten und die Schlangen, und meine Großtante Zagorka macht sich in die Sowjetunion auf, um Kosmonautin zu werden.

16. Juni
Christoph Hein, Drachenblut - Der Fremde, suhrkamp, 176 Seiten, 
»Ich bin unverletzlich geworden. Ich habe in Drachenblut gebadet, und kein Lindenblatt ließ mich irgendwo schutzlos. Aus dieser Haut komme ich nicht mehr heraus.« Das ist das Fazit der Ich-Erzählerin, Ärztin an einem Ostberliner Krankenhaus, kinderlos, geschieden. Von einem scheinbar ganz normalen Frauenleben berichtet sie, und doch werden hinter der kühlen, spröden Fassade die Ängste, das Mißtrauen und die Frustrationen sichtbar, die sie gnadenlos von der Welt, von sich selbst, der eigenen Kindheit und von Henry trennen, ihrem Freund, der im selben Hochhaus wohnt und der ihr bis zum Ende fremd bleibt. Schonungslos und suggestiv erzählt Hein von Einsamkeit und Beziehungslosigkeit in der DDR Anfang der achtziger Jahre. Mit der Novelle Der fremde Freund, die 1982 erschien und im Westen ein Jahr später unter dem Titel Drachenblut herauskam, erlebte Christoph Hein seinen literarischen Durchbruch.

Literaturkreis: Dr. Florian Ebeling

Bei Fragen, wenn Sie z.B. wissen wollen, um welches Buch es beim nächsten Mal geht, können Sie sich gern per E-Mail oder Telefon bei Dr. Florian Ebeling melden.

Leitung: Dr. Florian Ebeling

Tel.: 089 - 20 93 07 58
mail@febeling.de